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Die Silberne Halbkugel

Dr. Lauren Liss & Dr. Dirk Liss
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Dr. Lauren Liss & Dr. Dirk Liss © privat

Würdigung

Mittelalterliche Burgen gehören untrennbar zur europäischen Denkmallandschaft. Sie erzählen von Herrschaft, Macht- und Territorialanspruch. Um die heute noch eindrucksvollen Bauten, die immer noch als Landmarken dienen, entspannen sich Geschichten und Legenden. Umso mehr, wenn diese Burgen im Verfall begriffen sind und uns auch die Vergänglichkeit vor Augen führen.

Eine solche Burgruine des 14. Jahrhunderts hat das Ehepaar Lauren und Dirk Liss beim Erwerb ihres sanierungsbedürftigen Fachwerkhauses als Gartenbestandteil im südhessischen Wallrabenstein mitgekauft. Auf der Suche nach einem neuem Zuhause in einem historischen Gebäude entschieden sie sich ungeplant, aber bewusst für ein sanierungsbedürftiges Fachwerkhaus im Ort, in dessen Garten sich unübersehbar die Reste einer Burg erhoben. Die Burgruine Wallrabenstein, eine ehemalige Schildmauerburg von Bedeutung für den Ort und die Region, wurde 1393 erstmals erwähnt. Die Burg selbst wurde nur vergleichsweise kurz genutzt. Spätestens im Dreißigjährigen Krieg verfiel sie bereits und teilte das Schicksal vieler monumentaler Bauwerke als Steinbruch. Doch die Ruine im Garten des Fachwerkhauses prägt bis heute das Ortsbild und die umgebende Landschaft. 

Nach der Sanierung ihres Fachwerkhauses nahm das Ehepaar Liss die Aufgabe der Sicherung der Burgruine und Sanierung der gefährdeten Bauwerksabschnitte mit großem Verantwortungsgefühl an. Ein fast 400 Jahre ungeschützt dem Wetter und dem wilden Abbruch ausgesetztes Mauerwerk zu sanieren, bedarf weitaus mehr als Idealismus und Burgenromantik. Von Anfang an wurden Spezialisten für Steinkonservierung und Fachleute der hessischen Baudenkmalpflege hinzugezogen und jeder Schritt genau abgestimmt. Gemeinsam wurde ein präziser und umsetzbarer Sicherungs- und Sanierungsplan erarbeitet. Ziel war es, die Ruine wieder erlebbar zu machen, weiterem Verfall entgegenzuwirken und sie in den noch vorhandenen Resten als Zeichen der Geschichte des Ortes, der ihr seinen Namen verdankt, und der Region zu erhalten. Dabei mussten unsichere Mauerreste entfernt, Mauerkronen gesichert, schädigender Bewuchs entfernt und ungeeignete Abdeckungen entfernt werden. 

Mit hohem persönlichem Einsatz, der sowohl Zeit, Arbeit wie auch die Finanzierung betraf, konnten die Sanierungsarbeiten seit 2022 durchgeführt werden. Zusätzlich unterstützt wurden die Eigentümer durch Fördermittel des Landes Hessen und des Bundes sowie durch Förderung der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. 

Es ist gelungen, das Sanierungsprojekt „Burgruine Wallrabenstein“ konnte 2025 abgeschlossen werden. Die privaten Eigentümer haben in herausragender Weise gezeigt, wie ein solches schwieriges Denkmal wieder sichtbar und für Interessierte erlebbar werden kann. Besonders hervorzuheben ist, dass trotz großem öffentlichen Interesse auf dem privaten Grundstück kein wirtschaftlicher Nutzen gezogen werden kann. Die Vermittlung der Geschichte der Burg und des Denkmals steht fortan im Vordergrund der Bemühungen und folgerichtig ist sie auch Teil Hünstetter Kulturpfades. 

Für ihr vorbildliches Engagement bei der Bewahrung und fachlich konsequent durchgeführten Sanierung der Burgruine Wallrabenstein werden Lauren und Dirk Liss mit der Silbernen Halbkugel 2026 ausgezeichnet.

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Selbstdarstellung

Als Lauren und Dirk Liss vor rund zwölf Jahren ein Fachwerkhaus suchten, fanden sie ein Anwesen mit der Ruine der Burg Wallrabenstein im Garten. Die 1393 von Graf Walram IV. errichtete Burg prägt das Tal bis heute. Teile der Schildmauer, des Bergfrieds und zwei Ecktürme sind erhalten.

Ein Gutachten belegte gravierende Schäden an der Mauerkrone und den Fundamenten. Ohne Sicherung drohten Teile der Schildmauer ins Tal zu stürzen. Für Lauren und Dirk Liss stand fest: Der Verfall durfte nicht weitergehen.

Obwohl sie Eigentümer sind, verstehen sie sich als Bewahrende auf Zeit. Mit Unterstützung des Landesamts für Denkmalpflege Hessen, der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und des Denkmalschutz-Sonderprogramms ließen sie Bewuchs und Wurzeln entfernen, lose Steine sichern, das Mauerwerk ergänzen und die Fundamente verstärken. Ein Ausfalltor und ein Fensterbogen wurden wiederhergestellt. Eine neue Wasserführung schützt die Mauerkrone vor Feuchtigkeit. Der Charakter der Ruine blieb bewusst erhalten.

Besonderer Dank gilt dem Architekten, der gemeinsam mit der fachlichen Expertise des Landesamts für Denkmalpflege Hessen ein realisierbares Sanierungskonzept erarbeitet hat, sowie den Handwerkerinnen und Handwerkern, die mit ihrer Arbeit Großartiges geleistet haben.

Das Ziel von Lauren und Dirk Liss bleibt, die Burg Wallrabenstein für kommende Generationen zu bewahren. Sie sind stolz, hierzu beigetragen zu haben.