Die Silberne Halbkugel
Der Vorstand des Förderkreis Friedhof Meerane e. V., von links: Schatzmeister Holger Köhler, Uwe Horn, Vorsitzender Dr. med. Peter Ohl, Stellv. Vorsitzende Elisabeth Scholz und Kathleen Dittrich-Ueberfeld © Förderkreis Friedhof Meerane
Würdigung
Historische Friedhöfe sind weit mehr als Begräbnisstätten – sie bewahren außer der Erinnerung an vergangene Generationen, die Erinnerung an Baukultur und Stadtgeschichte. Der Förderkreis Friedhof Meerane e. V. setzt sich mit außergewöhnlichem Engagement dafür ein, dieses kulturelle Erbe zu erhalten und lebendig zu vermitteln.
Seit seiner Gründung im Jahr 2011 verfolgt der Verein das Ziel, den Meeraner Friedhof als bedeutendes Kulturgut der Allgemeinheit zu bewahren und zugleich seine Rolle als Ort der Erinnerung, der Begegnung und der kulturellen Identität neu ins öffentliche Bewusstsein zu rücken. Dabei geht sein Engagement bewusst über den Erhalt historischer Bausubstanz hinaus: Der Förderkreis setzt sich dafür ein, der zunehmenden Verdrängung von Tod und Trauer aus dem gesellschaftlichen Leben entgegenzuwirken und den Friedhof als lebendigen Erinnerungsort für heutige und künftige Generationen zu erhalten.
Mit außergewöhnlichem ehrenamtlichem Engagement fördert der Verein die Erhaltung der denkmalgeschützten Gebäude, Anlagen und Grabmale des Meeraner Friedhofs. Durch die Einwerbung von Spenden und Fördermitteln sowie die Gewinnung zahlreicher Unterstützerinnen und Unterstützer konnten die Neue Friedhofshalle von 1914 und die Alte Kapelle von 1873 denkmalgerecht restauriert und dauerhaft gesichert werden. Damit wurden nicht nur herausragende Zeugnisse der Bau- und Bestattungskultur bewahrt, sondern zugleich identitätsstiftende Orte für die Stadtgesellschaft erhalten.
Besonders auszeichnungswürdig ist die Verbindung von Denkmalpflege, Vermittlung und bürgerschaftlichem Engagement. Mit Führungen, Publikationen, Konzerten, Ausstellungen und Arbeitseinsätzen macht der Förderkreis den Friedhof als Geschichts- und Erinnerungsort neu erlebbar. Er zeigt eindrucksvoll, dass sich hinter jedem Grabstein ein Stück Stadt- und Kulturgeschichte verbirgt und dass Denkmalschutz Menschen zusammenführen, Geschichte vermitteln und Gemeinschaft stiften kann.
Der Förderkreis Friedhof Meerane e. V. verbindet auf beispielhafte Weise den Erhalt eines bedeutenden Kulturdenkmals mit kultureller Bildung und gesellschaftlicher Verantwortung. Sein nachhaltiges Wirken besitzt Strahlkraft weit über Meerane hinaus und macht den Verein zu einem würdigen Träger der Silbernen Halbkugel des Deutschen Preises für Denkmalschutz.
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Mehr InformationenSelbstdarstellung
Der Förderkreis Friedhof Meerane e. V. widmet sich der Erhaltung und Pflege des Friedhofes Meerane als allgemeines Kulturgut, insbesondere durch Förderung der Sanierung und Erhaltung denkmalgeschützter Gebäude. Außerdem soll der Verdrängung des Todes aus dem Bewusstsein der Bewohnerinnen und Bewohner der Stadt Meerane entgegengewirkt werden. Initiiert wurde der Förderkreis im Mai 2011 von Pfarrer Dr. Martin Teubner. Anlass der Vereinsgründung war das bevorstehende 100-jährige Jubiläum der Neuen Friedhofshalle von 1914.
Mit der Vereinsgründung begannen intensive Forschungen zur Geschichte der Neuen Friedhofshalle. Die vom Verein zu den Forschungen herausgegebene Publikation dazu weckte die Spendenbereitschaft der Bürgerschaft für dieses architektonische Kleinod in ihrer Stadt. Über das Engagement von Bundestagsabgeordneten, eingeworbenen Fördermitteln und Spenden, sowie einem funktionierenden Netzwerk von Handwerkerinnen und Handwerkern sowie der Architektin vor Ort konnte die Sanierung der Neuen Friedhofshalle von den Friedhofsbesucherinnen und -besuchern aufmerksam verfolgt und 2019 festlich abgeschlossen werden.
Ab 2020 kümmerte sich der Förderkreis Friedhof Meerane schwerpunktmäßig um die Alte Friedhofskapelle, deren Nutzung von der Kirchgemeinde 2010 aufgegeben worden war. Ermutigt durch die Bundestagsabgeordneten Marco Wanderwitz und Carsten Körber sowie nach Zusage von Fördermitteln aus den Denkmalförderprogrammen von Bund und Land sowie Eigenmitteln des Friedhofs konnte 2015 mit der Erneuerung des Daches begonnen werden. Damit war zunächst Zeit für den Erhalt des Denkmals gewonnen. Zu Tagen des offenen Denkmals erlebten die Bürgerinnen und Bürger bei Besichtigung der Baustelle in der Kapelle den improvisierten Betrieb eines Cafés unter dichtem Dach. In einer vom Verein durchgeführten Umfrage sprach sich die Mehrheit der Besucherinnen und Besucher für den Erhalt des Denkmals aus. Mit der Einrichtung des „Cafés zur Alten Kapelle“ konnte der Verein dem Wunsch der Besucherinnen und Besucher des Friedhofs entsprechen und einen lebendigen öffentlichen Zugang zum Denkmal schaffen.