Die Silberne Halbkugel
Grabungsteam Ausgrabung Rockenthin 2026 © Junge Archäologen
Würdigung
Was gehört zu einem guten Dorf? Klar, ein Fußballverein, eine Freiwillige Feuerwehr, ein schönes Dorffest. Aber wenn es da noch mehr gäbe? Einen Verein, bei dem Jung und Alt zusammenkommen; der Geschichte haptisch erlebbar macht; der Wissenschaft nicht nur vermittelt, sondern auch zum Mitmachen einlädt; der bildet und Geselligkeit bietet. Eine Utopie?
Nein! Der sachsen-anhaltinische Verein Junge Archäologen der Altmark e. V. ist genau das und noch viel mehr. 1972 als Schülergemeinschaft der ehemaligen Oberschule Stöckheim entstanden, hatten es sich die Mitglieder damals schon zur Aufgabe gemacht, die Bodendenkmalpflege der Altmark zu befördern. Mittlerweile gehören zu den umfangreichen Tätigkeiten des Vereins jährliche Grabungscamps, Notbergungen, Öffentlichkeitsarbeit durch Vorträge und Publikationen, die Fortbildung der Mitglieder, sowie die Pflege von Bodendenkmälern und des „Archäologisch-historischen Rundwanderwegs“.
Mit generationenübergreifenden Teams werden etwa die in der Altmark noch verbliebenen Megalithgräber detailliert katalogisiert, laufend gesäubert und liebevoll gepflegt. Diese umgangssprachlich als Hünengräber bezeichneten Zeugnisse der mehr als 5.500 Jahre alten Trichterbecherkultur sind trotz ihrer steinernen Wuchtigkeit nicht ungefährdet. Der Verein schützt und bewahrt diese beeindruckenden Monumente; er trug sogar schon dazu bei, einen entfernten Stein wiederaufzufinden und an seinen angestammten Platz zurückzubringen.
Mit dieser Leidenschaft für ein eher ungewöhnliches Themenfeld vermitteln der Verein und seine Mitglieder, wie vielschichtig die Geschichte der Menschen in der Altmark ist und machen das erlebbar. Gleichzeitig führt der Verein junge Menschen an eine spannende Wissenschaft heran und begeistert für weiteres Engagement in diesem Gebiet, in manchem Fall vielleicht sogar zum Studium der Archäologie.
Für diesen bewundernswerten und im besten Sinne zivilgesellschaftlichen Engagements beispielhaften Beitrag zur kulturellen Vielfalt wird der Verein Junge Archäologen der Altmark e. V. mit der Silbernen Halbkugel des Deutschen Preises für Denkmalschutz ausgezeichnet.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr InformationenSelbstdarstellung
Der Verein Junge Archäologen der Altmark e. V. blickt auf über 50 Jahre Erforschung, Bewahrung und Vermittlung archäologischer Bodendenkmäler zurück. 1972 als Schülerarbeitsgemeinschaft gegründet, stand von Anfang an die praktische archäologische Arbeit mit Schülerinnen und Schülern, Jugendlichen und Erwachsenen im Vordergrund. Seit der Gründung hat sich das fachliche Profil ständig verändert. Aufsicht, Pflege und Erhaltung von Bodendenkmälern, archäologischen Baustellenbegleitungen, Geländebegehungen sowie die Sicherung und Überwachung von Fundstellen sind die Bereiche in der archäologischen Bodendenkmalpflege, die von den Jungen Archäologen wahrgenommen werden. Vor allem die Leistungen bei den jährlich stattfindenden Grabungslager in der Feldmark, Rettungsgrabungen und den notwendigen Notbergungen mit der zugehörigen archäologischen Dokumentation sind fester Bestandteil der Vereinsarbeit. Vorträge und Publikationen vermitteln die Ergebnisse einer breiten Öffentlichkeit und tragen somit zum Erhalt von Bodendenkmälern und zur Kenntnisnahme der Geschichte der Region bei. Die regelmäßige Teilnahme der Vereinsmitglieder an Tagungen, Fortbildungen und Exkursionen in das In- und Ausland gehören ebenfalls zu den vielfältigen Vereinsaktivitäten.
Seit jeher gehört die regelmäßige Sichtung, Reinigung und Pflege der ca. 40 Hünengräber zu den Vereinsaufgaben. Der „Archäologisch-historische Rundwanderweg“ beispielsweise ist durch die ehrenamtlichen Mitglieder des Vereins im Jahr 2011 in Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie in Halle, dem Institut für Ur- und Frühgeschichte der Universität Kiel und dem Danneil-Museum in Salzwedel eingerichtet worden.Die einheitliche Beschilderung der Megalithgräber ist in den vergangenen Jahren regelmäßig erweitert worden und wird auch kontinuierlich fortgesetzt. Bei der aktuellen Initiative des Altmarkkreises Salzwedel zur Schaffung der „Megalith Route Altmark“ mit einem Radrundweg, Informationspunkten und dem entsprechenden Marketing ist der Verein Junge Archäologen der Altmark e. V. beteiligt. Zudem ist der Verein seit einigen Jahren bemüht, im Rahmen seines Internetauftrittes weiterführende touristische Informationen und Hintergründe zu den Megalithgräbern und auch via Verlinkung für die Besucherinnen und Besucher vor Ort bereitzustellen. Derzeitig arbeitet der Verein an der Erstellung von virtuell begehbaren 3D-Modellen der Hünengräber mittels Photogrammetrie und Digitalisierung.
Weitere Eindrücke gibt es auf dem Instagram-Kanal @jungearchaeologen und unter:
www.jungearchaeologen.de