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Die Silberne Halbkugel, 2021

Verein der Freunde und Förderer des Historischen Ratsschiffes MS Stadt Köln e. V.
2021 DNK Silberne Halbkugel Verein der Freunde und Foerderer des Historischen Ratsschiffes MS Stadt Koeln eV

Grup­pen­foto

Würdigung

Ein Denkmal muss schwimmen können*, jeden­falls wenn es ein Motor­schiff is unter Denk­mal­schutz steht. Diesen Ansatz verfolgte eine brave Schar von Lieb­ha­bern der MS Stadt Köln, deren Zustand bedroh­lich wurde, als sich die Freunde und Förderer des histo­ri­schen Rats­schiffes MS Stadt Köln e. V. grün­deten. Das war im Jahr 2012 und bis heute ist viel passiert:
Das Rats­schiff Köln – 1938 im Auftrag der Stadt Köln als reprä­sen­ta­tives Empfangs- und Ausflugs­schiff gebaut – lag im Kölner Rhein­hafen und drohte dem Verfall anheim zu fallen. Obwohl auch die Stadt selbst Inter­esse am Erhalt und der Wieder­be­le­bung hatte, brauchte es die Leiden­schaft der Vereins­gründer und ihrer Gefolg­schaft, um die Erhal­tung und Restau­rie­rung der MS Stadt Köln sicher­zu­stellen. Die selbst gesetzte Aufgabe lautet:
„Zweck des Vereins ist: die Erhal­tung und die Pflege des denk­mal­ge­schützten Schiffes MS Stadt Köln für die Öffent­lich­keit sowie die Förde­rung des bürger­schaft­li­chen Enga­ge­ments für diesen Zweck … Darüber hinaus befasst sich der Verein mit der Wahrung und Mehrung des Wissens über die Binnen­schiff­fahrts- und Hafen­ge­schichte der Stadt Köln, der Völker­ver­stän­di­gung durch den Austausch mit inter­na­tio­nalen Gästen an Bord und durch Teil­nahme und Einbin­dung in Projekte und Veran­stal­tungen von Trägern der Kinder- und Jugendhilfe.
Der Satzungs­zweck wird verwirk­licht insbe­son­dere durch die Erhe­bung von Mitglieds­bei­trägen, durch Eigen­leis­tung der Vereins­mit­glieder und durch die Einwer­bung von Unter­stüt­zungs­leis­tungen und Spenden zum Erhalt und zur Pflege der MS Stadt Köln.“
Wenn man die Doku­men­ta­tion der bishe­rigen Leis­tungen ansieht, lässt sich nach­voll­ziehen, welcher Kraftakt, welche Hart­nä­ckig­keit und Fleiß hinter dieser Aufgabe steckt. An einem Schiff ist alles anders als beim gemau­erten Denkmal – alles ist kompli­zierter, unbe­kannter und vor allem teurer! Daher ist die Finan­zie­rung eines solchen Projekts beson­ders anspruchs­voll. Wich­tige Geld­geber, natür­lich auch die Stadt Köln selbst, Bund und Land NRW konnten neben privaten Gönnern „ins Boot geholt“ werden. Auch und vor allem die denk­mal­schutz­tech­ni­schen Aspekte sind beim schwim­menden Denkmal – das immer wieder mal im Laufe seiner rund 80 Jahre umge­baut wurde – beson­ders herausfordernd.
Die Arbeit des Vereins ist noch lange nicht abge­schlossen, aber ein gutes Stück des Weges ist voll­bracht. Schon hierfür erschien der Jury die Leis­tung des Förder­ver­eins auszeich­nungs­würdig, sodass wir das Enga­ge­ment mit der Silbernen Halb­kugel des Deut­schen Natio­nal­ko­mi­tees für den Denk­mal­schutz ehren wollen. Möge dieser Preis Aner­ken­nung für das Geleis­tete und Ansporn für die Voll­endung zugleich sein.
Herz­li­chen Glück­wunsch und weiter so!

*Kann ein Denkmal schwimmen? Fragt Gundula Lang im Beitrag „Denk­mal­pflege im Rhein­land – Wie geht das?“, Köln 2020

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Selbstdarstellung

Nach einer Veröffentlichung über die düstere Zukunft des denkmalgeschützten historischen Ratsschiffs MS Stadt Köln fanden sich im Januar 2012 Kölner Bürger zusammen, die überwiegend in Vorständen dreier Kölner Yacht-Clubs beheimatet waren. Mit dem Ziel, dieses Schiff vor dem Untergang zu bewahren, gründeten sie den Verein, der in der Folgezeit fast sechs Jahre brauchte, um von der Kölner Politik und deren Verwaltung akzeptiert zu werden.
Nachdem der Rat Ende 2015 eine halbe Million Euro für die Restaurierung zur Verfügung gestellt hatte, wurde erst ein Jahr später ein Betreuungsvertrag mit unserem Verein unterzeichnet. Wir hatten in der Zwischenzeit einen Schiffssachverständigen mit der Entwicklung eines Sanierungskonzeptes beauftragt, das eine zunächst drei-, später vierstufige Restaurierung vorsieht.
Nach intensiver Einarbeitung in denkmalrechtliche und Fördermittel relevante Fragen konnten wir für die erste Restaurierungsstufe (komplette Erneuerung der Außenhaut des Unterwasserschiffes) eine Million Euro zusammenbringen, inkl. der städtischen Mittel. Diese Arbeiten erfolgten nach einer ersten europaweiten Ausschreibung auf einer Kölner Werft im Jahr 2019. Damit war das Schiff vor dem Untergang gesichert.
In einer zweiten Phase in diesem Jahr haben wir das Schiff von oben und von den Seiten gegen eindringendes Wasser und Feuchtigkeit abgedichtet, die komplette Elektrik überarbeitet und die Heizungsanlage funktionsfähig gemacht. Dazu haben wir die Erneuerung der gesamten Außenlackierung in Auftrag gegeben. Auch diese Arbeiten wurden EU-weit ausgeschrieben und vergeben. Die Kosten der zweiten Stufe betragen rund 730 000 €.
In einer kommenden dritten Phase werden die geschädigte Inneneinrichtung und weitere Arbeiten erledigt. Bisher geschätzte Kosten: circa 800 000 €. Zuletzt werden wir das ehemals schnellste Schiff auf dem Rhein wieder fahrfähig machen und hoffen 2025 damit fertig zu sein.
Die Zusammenarbeit mit dem Stadtkonservator von Köln und dem LVR-Amt für Denkmalpflege in Rheinland ist eng und sehr vertrauensvoll. Wir sind den Fördergeldgebern unendlich dankbar für ihre Unterstützung. Neben dem Bund (BKM), dem Land NRW (Bez. Reg. Köln) und der Stadt Köln sind es bisher die NRW-Stiftung und vor allem die Deutsche Stiftung Denkmalschutz, die sich in großzügiger Weise unterstützend einbringen!