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Die Silberne Halbkugel, 2021

Verein zur Förderung des Wendlandhofes Lübeln und der Rundlinge e. V.
2021 DNK Silberne Halbkugel Verein zur Foerderung des Wendlandhofes Luebeln und der Rundlinge eV

Vorstand Rund­lings­verein

Würdigung

Seit über 50 Jahren setzt sich der „Verein zur Förde­rung des Wend­land­hofes Lübeln und der Rund­linge“ auf heraus­ra­gende Weise für den Erhalt, die Erfor­schung und die Bele­bung der einzig­ar­tigen Sied­lungs­form im Wend­land ein. Als Reak­tion auf die gesell­schaft­li­chen und sied­lungs­räum­li­chen Verän­de­rungen in der länd­li­chen Region 1969 gegründet, suchen und finden seine enga­gierten Mitglieder seitdem eine Viel­zahl denk­mal­ge­rechter Lösungen zum Erhalt und zur Weiter­ent­wick­lung des histo­ri­schen Baube­stands. Diesem Jahr­zehnte andau­ernden, bürger­schaft­li­chen Enga­ge­ment ist es zu verdanken, dass ein Groß­teil der wert­vollen Lang­häuser in ihrer einzig­ar­tigen Anord­nung bis heute als Wohn- und Arbeitsort genutzt werden können.
Der Verein folgt dabei seit Grün­dung dem klaren Leit­ge­danken, neben dem Erhalt des bauli­chen Erbes der Rund­lings­land­schaft auch dessen Wert­schät­zung und Vermitt­lung zu fördern. Am jähr­li­chen „Rund­lingstag“ verleiht der Verein dafür eine Haus­pla­kette für ein gelun­genes Sanie­rungs­pro­jekt an einem denk­mal­ge­schützten Gebäude im Wend­land. Mit dem Rund­lings­mu­seum in Lübeln und seinem umfas­senden Programm hat der Verein der Region selbst einen Ort gestiftet, der sowohl Ansäs­sige wie auch Besu­cher einlädt, alle Facetten der histo­ri­schen Rund­dörfer zu entde­cken. Das digital frei zugäng­liche Wend­land-Archiv bietet eine zusätz­liche Ebene zur Erfor­schung und Doku­men­ta­tion der Regio­nal­ge­schichte. Daneben haben zahl­reiche Vorträge, wissen­schaft­liche Publi­ka­tionen und diverse Veran­stal­tungen zur Stär­kung der öffent­li­chen Wahr­neh­mung und Wert­schät­zung beigetragen.
Dem Rund­lings­verein e. V. ist es mit seiner gelebten Denk­mal­pflege gelungen, eine Brücke zwischen der Anwoh­ner­schaft, dem Land­kreis Lüchow-Dannen­berg und den zustän­digen Denk­mal­schutz­be­hörden zu schlagen und dabei selbst die eigene Posi­tion als unab­hän­giger Mittler zu wahren. Diese Profes­sio­na­lität des Vereins mündet seit 2012 in der tatkräf­tigen Unter­stüt­zung beim Nomi­nie­rungs­ver­fahren zum UNESCO-Welt­kul­tur­erbe der „Sied­lungs­land­schaft Rund­linge im Wend­land“. Der aktuell acht­köp­fige Vereins­vor­stand unter der 1. Vorsit­zenden Frau Ilka Burk­hardt-Liebig und dem 2. Vorsit­zenden Herrn Burg­hard Kulow stellt sich dabei gemeinsam mit dem Land­kreis, der Samt­ge­meinde Lüchow (Wend­land) und dem Insti­tute for Heri­tage Manage­ment dieser zukunfts­wei­senden Aufgabe.
Mit der heutigen Verlei­hung der Silbernen Halb­kugel wird der „Verein zur Förde­rung des Wend­land­hofes Lübeln und der Rund­linge e. V.“ für das seit mehr als 50 Jahren andau­ernde heraus­ra­gende Enga­ge­ment für die Rund­lings­land­schaft im Wend­land geehrt.

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Selbstdarstellung

Der Rund­lings­verein e. V. enga­giert sich für den Schutz der histo­ri­schen Sied­lungs­land­schaft Rund­linge im Wend­land, seiner länd­li­chen Archi­tektur und der Weiter­ent­wick­lung des Lebens in den Rund­lingen im Wendland.
„Rettet die Rund­linge“, so lautete 1969 der Grün­dungs­aufruf zum „Verein zur Erhal­tung von Rund­lingen in hanno­ver­schen Wend­land“. Bereits damals war klar, dass es nicht gelingen kann, alle 210 Rund­linge im Land­kreis Lüchow-Dannen­berg zu erhalten. Nach Inkraft­treten des Nieder­säch­si­schen Denk­mal­schutz­ge­setzes auch für den länd­li­chen Raum verla­gerte sich die Schwer­punkt­ar­beit auf die Bewusst­seins­bil­dung und Öffent­lich­keits­ar­beit und Errich­tung eines Frei­licht­mu­seums auf einer ehema­ligen Hofs­telle und mit den zur Hofs­telle gehö­renden Gebäuden eines Drei­stän­der­hal­len­hauses von 1733, eines späteren Vier­stän­der­hal­len­hauses von 1823 und einem Schwei­ne­stall von 1887 im Rund­ling Lübeln. Entspre­chend änderten sich die Satzung und der Vereins­name in „Verein zur Förde­rung des Wend­land­hofes Lübeln und der Rund­linge e. V.“ Nach Aufbau des Frei­licht­mu­seums konnte sich der Verein neben der Rolle als Förder­verein für das Museum wieder verstärkt dem Erhalt und Schutz der Rund­linge widmen und nahm dies 2013 als Koope­ra­ti­ons­partner der Samt­ge­meinde Lüchow (Wend­land) im Antrag auf Aner­ken­nung einer Sied­lungs­land­schaft Rund­linge im Wend­land als UNESCO-Welt­kul­tur­erbe neu in die Satzung auf. Mit dem Schwer­punkt der Sied­lungs­land­schaft widmet sich der Verein auch anderen Themen der histo­ri­schen Kultur­land­schaft wie Kirch‑, Toten- und Schul­wegen, Feld­stein­ka­pellen und ‑kirchen vor den Rund­lingen, Sand‑, Lehm und Röthe­kuhlen, Inschriften und Spruch­balken an Gebäuden in den Rund­lingen, wend­län­di­sche Trau­re­gister, wüst gefal­lene Hofs­tellen, Wüstungs­for­schung, kultu­relles Erbe aus der slawi­schen (wendi­schen) Vergan­gen­heit, um nur einiges zu nennen.
Seit seiner Grün­dung 1969 führt der Rund­lings­verein konse­quent Maßnahmen und Projekte durch zum Erhalt der Sied­lungs­form, zum Erhalt der denk­mal­ge­schützten Gebäude in den Rund­lingen, zum Schutz des kultu­rellen Erbes und zur Dorf­ent­wick­lung unter sich verän­dernden Rahmen­be­din­gungen in den Rund­lingen – auch außer­halb des geplanten Gebietes für die Aner­ken­nung als Weltkulturerbe.

 

Besondere Schwerpunkte seiner Arbeit im Denkmalschutz sind
  • Öffent­lich­keits­ar­beit durch Veran­stal­tungen und Mitwir­kung an öffent­li­chen Medien www.rundlingsverein.de und für an Rund­lingen Inter­es­sierte www.rundling.de
  • Die Rund­lings­bro­schüren enthalten einen histo­ri­schen Teil von der Grün­dung bis zur Verkop­pe­lung sowie Schwer­punkt­themen zur Entwick­lung ab 1900, die zusammen mit den Dorf­ge­mein­schaften erstellt werden. Außerdem gibt es Broschüren zu Spezi­al­themen wie „Histo­ri­sche Gärten im Wend­land“ sowie „Haus­in­schriften und Orna­mente im Wend­land“. Die Reihe wird laufend fortgesetzt.
  • Verlei­hung einer Plakette für Vorbild­liche Gebäu­de­sa­nie­rung. Diese Plakette wird in Koope­ra­tion mit der Unteren Denk­mal­be­hörde verliehen. Die Doku­men­ta­tion der jeweils ausge­zeich­neten Gebäude ist über die Vereins­web­site einzusehen.
  • Daneben werden Forschungs­pro­jekte durch­ge­führt bzw. initi­iert. Ein gerade abge­schlos­senes Projekt „Spuren der Chris­tia­ni­sie­rung im Wend­land“ war die dend­ro­chro­no­lo­gi­sche Unter­su­chung aller Feld­stein­ka­pellen im Landkreis.
  • Derzeit – durch Corona unter­bro­chen – wird in Zusam­men­ar­beit mit Studie­renden der Univer­si­täten Halle und Leipzig an zwei Wüstungs­pro­jekten geforscht sowie in einem Rund­ling nach archäo­lo­gi­schen Spuren der Vorläu­fer­be­bauung im Rund­ling gesucht. In weiterer Bear­bei­tung befinden sich die Infor­ma­tionen über Inschriften und Trau­re­gister, die in der Daten­bank www.wendland-archiv.de veröf­fent­licht werden.
  • In Koope­ra­tion mit der Inter­es­sen­ge­mein­schaft Bauern­haus (IGB Wend­land) werden Dorf­be­ge­hungen durch­ge­führt, um die Bewohner für die länd­liche Archi­tektur und den Denk­mal­schutz zu sensi­bi­li­sieren und private Eigen­tümer zu beraten.
  • Der Rund­lings­verein regt Bewohner denk­mal­ge­schützter Nieder­deut­scher Hallen­häuser in den Rund­lingen an, sich am jähr­li­chen Denk­maltag zu betei­ligen und initi­iert über den Verein die Durch­füh­rung des Denkmaltages.
  • Der Rund­lings­verein agiert zusätz­lich als Förderer des Rund­lings­mu­seums Lübeln, führt dort selbst Veran­stal­tungen mit Schul­klassen durch, über­nimmt Führungen und koor­di­niert derzeit die wissen­schaft­liche Beglei­tung für den Aufbau der neuen Rund­lings­aus­stel­lung. Die länd­liche Archi­tektur und der Denk­mal­schutz sind dabei ein wich­tiger Schwerpunkt.
  • Zum Schutz des kultu­rellen Erbes im Wend­land hat der Rund­lings­verein zusammen mit der Samt­ge­meinde Lüchow (Wend­land) und dem Nieder­säch­si­schen Denk­malamt einen Antrag auf Aner­ken­nung der Sied­lungs­land­schaft Rund­linge im Wend­land als UNESCO Welt­kul­tur­erbe gestellt. Die Sied­lungs­land­schaft Rund­linge im Wend­land fokus­siert zu der beson­deren Sied­lungs­form auch die Nieder­deut­schen Hallen­häuser und deren Neben­ge­bäude auf der Hofstelle.